Förderungen

Förderbänder:

Zu Beginn der Klasse 5 ermitteln wir mithilfe von Diagnosetests in den Hauptfächern den Förder- und auch Forderbedarf eines jeden Kindes. Gemäß ihres Förder- oder auch Forderbedarfes werden die Kinder für den Förderunterricht eingeteilt. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist, dass die Schülerinnen und Schüler selbst entscheiden können, an welchem Förderunterricht in den Kernfächern Deutsch, Mathe, Englisch sie teilnehmen möchten und setzen sich eigene Lernziele. Die Akzeptanz dieses Systems, in dem die Schülerinnen und Schüler als kompetente Lernende gesehen werden, wird durch Einschätzungen der Lehrerinnen und Lehrer unterstützt und kommentiert, aber der Wunsch der Schülerinnen und Schüler bleibt der ausschlaggebende Punkt für die Fördereinteilung. Auf Grundlage der Lernziele und den Ergebnissen der Diagnosen wird dann individuelles Fördermaterial erstellt. Nach der Einführung des Lernbegleiters werden die Kinder angeleitet sich selbstständig den Fördergruppen zuzuteilen. 

Lernbegleiter:

Seit dem Schuljahr 2011/12 bildet der Lernbegleiter im Rahmen des Förderunterrichtes, aber auch des weiteren Fachunterrichtes, das Kernstück unseres pädagogischen Förderkonzeptes. Hier werden u.a. von jedem Kind die täglichen Lerninhalte und Zielsetzungen für die nächsten vier Unterrichtswochen notiert. Die Lernziele beziehen sich auf die Bereiche Leistung und soziales Lernen. Alle vier Wochen werden diese von den Schülerinnen und Schülern im Hinblick auf die eigenständige Setzung von Themen und Lernzielen mit der gesamten Lerngruppe und auch in Kleinstgruppen reflektiert. Mithilfe der Lernziele findet die von den Lernenden völlig selbstständig organisierte Einteilung in die Fördergruppen für die nächsten vier Wochen statt. Sie erhalten dann für das Erreichen ihrer Ziele ein individuell zugeschnittenes Fördermaterial, das je nach Wunsch des Kindes in Einzel-, Partner oder Gruppenarbeit zum Lerngegenstand wird. Nach Ablauf der vier Wochen erklären die Schülerinnen und Schüler ihren Mitlernenden woran sie in den vier Wochen schwerpunktmäßig gearbeitet haben und erhalten so sowohl von ihren Klassenkameraden als auch von den Lehrkräften ein Feedback zum Erlernten. Mit dem Lernbegleiter wird von Klasse 5 bis Klasse 10  gearbeitet.

Lernbüro:

Das Lernbüro ist Bestandteil unseres Förderkonzeptes. Schülerinnen und Schüler, die ein bestimmtes fachspezifisches Problem haben, werden hier individuell betreut. Das Lernbüro ist im Freizeitbereich unseres Ganztages immer mit einer Hauptfachlehrkraft (Mathematik, Deutsch und Englisch) besetzt. Die Fachlehrerinnen und -lehrer geben keinen Nachhilfeunterricht, sondern unterstützen bei einzelnen Themenbereichen. Dabei wird auch der Lerntyp der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt (Lerntypberatung). Bei Bedarf werden die Schülerinnen und Schüler vom Lernbüro weiter verwiesen an einen Förderlehrer bzw. eine Förderlehrerin oder aber, wenn das Kind dies wünscht, an ausgebildete Lernpaten der 8., 9. und 10. Klassen, die die Lernenden über einen Zeitraum von mehreren Wochen in ihrem Lernprozess unterstützen. Davon profitieren beide Seiten.

Komm mit!:


An unserer Schule gibt es keine Schrägversetzungen und kein Sitzenbleiben. Wir nehmen als Schule seit 2009/10 am landesweiten Projekt Komm mit! - Fördern statt Sitzenbleiben teil und haben eine zu unseren Kindern passende Konzeption weiterentwickelt. Für unsere Schule bedeutet dies, dass wir Schülerinnen und Schüler, die nicht versetzt worden wären, unter der Voraussetzung versetzen, dass sie verbindlich an entsprechenden Fördermaßnahmen teilnehmen. Diese beginnen, nach dem gemeinsamen Ankommen und Mittagessen, bei der Unterstützung ihrer Lernorganisation, beim Aufarbeiten von Lerndefiziten bis hin zu einem persönlichen Coaching zur Stärkung des Selbstbewusstseins. So ermöglichen wir unseren Lernenden in ihrem vertrauten Lernumfeld der Klassengemeinschaft zu bleiben. Wir haben durch unsere regelmäßige Evaluation des Komm mit!-Programms festgestellt, dass die genannten Schülerinnen und Schüler durch das Zusammenbleiben im Klassenverband zu besseren Leistungen befähigt werden. Ein Herausnehmen aus dem vertrauten Umfeld wirkt sich größtenteils eher negativ auf die persönliche Entwicklung des Kindes aus.

Förder-Forder-Projekt:

9-Klässler der Erich Kästner-Realschule präsentieren ihre Expertenarbeiten

Im Schuljahr 2017/18 haben sich sieben Schülerinnen und Schüler unseres 9. Jahrganges während und außerhalb des Unterrichtes zu Experten eines selbstgewählten Themas weitergebildet. Am 4. Juli 2018 stellten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Ergebnisse ihrer Facharbeiten im Rahmen von Präsentationen im Pädagoischen Zentrum der EKR ihren Lehrern, Eltern und Freunden vor.

Das Projekt, das zum ersten Mal an der Erich Kästner-Realschule durchgeführt wurde, zielt darauf ab, Talente zu fördern und wissenschaftliches Arbeiten kennenzulernen. Selbstständig haben die Jugendlichen an einer Themenstellung gearbeitet, eine Einführung in die Literaturrecherche durch Mitarbeiter der Universität Essen/Duisburg erhalten, eine Forschungsfrage entwickelt, ihre Expertenarbeiten verfasst und dazu eine Präsentation vorbereitet. Den Unterricht, den sie dabei versäumt haben, holten sie eigeninitiativ nach. Am Ende der Projektphase präsentierten sie nun ihre Ergebnisse der Schulgemeinde.
 
Die Schülerinnen und Schüler der Erich Kästner-Realschule sind zu Leistung herausgefordert worden und stolz auf ihr Erreichtes. Bei diesem Projekt geht es nicht um den Wettbewerb untereinander. Es geht darum, besondere Talente und Begabungen junger Menschen zu fördern, diese wertzuschätzen und zu würdigen.
 

Kein Unterrichtsausfall/Lernzeitgarantie:

Seit dem Beginn des Schuljahres 2008/09 gibt es an unserer Schule eine Lernzeitgarantie. Anfallende Vertretungsstunden werden in erster Linie durch Lehrkräfte durchgeführt, die sowieso in der Klasse unterrichten. Ist dies nicht möglich, haben die Schülerinnen und Schüler freie Lernzeiten unter der Betreuung einer Lehrkraft und so die Möglichkeiten zum differenzierten Üben und erhalten eine sinnvolle Vor- und Nachbereitung und Ergänzung zum Fachunterricht. Die Lernzeitgarantie bietet Eltern absolute Verlässlichkeit bezüglich der Betreuung ihrer Kinder. Um die Kontinuität des Fachunterrichts zu gewährleisten, werden zweimal pro Jahr vierwöchige Kernzeiten festgelegt, in denen die Lerngruppen nicht durch Ausflüge oder abwesende Lehrkräfte aus ihrem Arbeitsfluss herausgerissen werden sollen.

Schülersprechtag:

Ein Baustein, durch den sich viele Jugendliche persönlich wertgeschätzt fühlen, ist unser Schülersprechtag. Ziel des Schülersprechtags ist es, mit den Jugendlichen - jenseits des leider oftmals immer noch als problemorientiert wahrgenommenen Elternsprechtags und in Ergänzung zu vielen Tür- und Angelgesprächen - ins Gespräch zu kommen über ihr Arbeits- und Sozialverhalten, ihre Lernstrategien, ihre Ziele usw. 

Die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus:

Die Zusammenarbeit mit dem Elternhaus wird an unserer Schule gepflegt. So informieren wir die Eltern zeitnah über wichtige Ereignisse an unserer Schule (z.B. erhalten alle Eltern zu Beginn des Schuljahres einen Info-Brief „Rückblick und Ausblick“), aber natürlich auch dann, wenn es Schwierigkeiten mit oder positive Veränderungen bei ihren Kindern gibt. Der Lernbegleiter wird in diesem Zusammenhang von vielen Eltern ebenfalls als gutes Kommunikationsinstrument gesehen, weil dadurch das, was ihre Kinder tagsüber in der Schule erleben, transparenter wird. Im Gegenzug engagieren sich viele Eltern für unsere Schule, wenn es um die Mitwirkung bei Schulveranstaltungen geht, z.B. im Schulgarten, im Rahmen der Berufsberatung oder in der Steuerungsgruppe.

Lernende wählen ihre Mathelehrkraft:

Seit dem Schuljahr 2014/15 lassen wir unserer Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 9/10 ihre Mathelehrkraft selbst aussuchen. Der Jahrgang kann aus fünf Lehrkräften eine Lehrerin bzw. einen Lehrer auswählen, von dem das Kind in den Klassen 9/10 unterrichtet werden möchte. Jeweils viermal im Schuljahr wählen die Lernenden und wechseln gegebenenfalls den Mathekurs. Durch die Förderung von Verantwortung dem eigenen Lernen gegenüber mithilfe des Lernbegleiters trauen wir unseren Schülerinnen und Schülern zu, verantwortungsbewusst mit dieser Wahl umgehen zu können. 

Steuerungsgruppe:

Wir lassen unsere Schülerinnen und Schüler bewusst an Schulentwicklungsprozessen teilhaben, entwerfen gemeinsam Ideen und Perspektiven und setzen diese um (Partizipationskultur).
Das Herzstück der gemeinsamen Arbeit bildet die seit 2004 bestehende Steuerungsgruppe, die sich regelmäßig alle sechs Wochen trifft und in der die Fäden der Schulentwicklung zusammenlaufen. Alle an Schule beteiligten Personen befinden sich in einem ständigen Dialog und sollen hier Anregungen, Ideen, Wünsche und Visionen einbringen. Über eine Drittel des Lehrerkollegiums, die gesamte Schulleitung und viele Schülerinnen und Schüler arbeiten in diesem Gremium aktiv mit, dadurch wird u.a. deutlich, wie wichtig es uns ist, gemeinsam Schule zu entwickeln und in der Teamarbeit Entlastung und Synergien zu entdecken. 
 

Gender:

Den besonderen Bedürfnissen und Begabungen von Jungen und Mädchen während der Pubertät kommen wir seit 2010/11 im Rahmen unseres Gender-Mainstreaming-Konzepts durch unseren geschlechtsspezifischen Unterricht in Chemie in Klasse 7 bis 9 sowie in Physik in den Jahrgangsstufen 8 bis 10 nach. Die Klassen werden hier geteilt und getrennt unterrichtet. 

Methoden- und Schulentwicklungstage:

Wichtige Impulse für die Verbesserung unserer Unterrichtsqualität haben wir durch ein Evaluationsgespräch mit Herrn Prof. Dr. Veith der Universität Göttingen erhalten. Daraus resultierend sind die Methodentage, die kollegiale Unterrichtshospitation oder der Lernbegleiter entstanden. Die im Schuljahr 2009/10 eingeführten zwei Methodentage innerhalb eines Schuljahres unterstützen den Ausbau des methodischen Repertoires und die Förderung des sozialen Miteinanders unserer Lernenden. Seit dem Schuljahr 2017/18 gestalten wir Schulentwicklungstage mit unserern Schülerinnen und Schülern. Thematische Schwerpunkte sind hier u.a. „Wertschätzung“, „Schulzufriedenheit“, „Unterricht und Feedback“